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Polizeieinsatz

Dresdner Stadtrat beginnt heute mit der Aufarbeitung der Ausschreitungen vom 16. Mai

Am 11. Oktober um 16 Uhr wird unter Leitung des ersten Bürgermeisters Detlef Sittel eine Sachverständigenanhörung zu den Ereignissen vom 16. Mai 2021 durchgeführt. Dies hatte der Stadtrat mehrheitlich beschlossen. Im Umfeld des Spiels der SGD gegen Türkgücü München war es zu massiven Ausschreitungen mit vielen Verletzten gekommen.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert erklärt dazu: „Die Aufarbeitung der Ereignisse ist wichtig und hat unmittelbar nach dem 16. Mai auch auf vielen Ebenen begonnen. Dazu gehört die konsequente Strafverfolgung genauso wie die kritische Betrachtung der Umstände, wie es zu solchen Gewaltausbrüchen kommen konnte. Die Sachverständigenanhörung des Stadtrates ist ein Baustein in diesem Prozess. Nicht weniger wichtig ist aber der Blick in die Zukunft und die Frage wie Verein, Polizei und Stadt künftig miteinander arbeiten wollen. Hier erlebe ich auf allen Seiten eine große Offenheit und den Willen, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Die entscheidenden Faktoren für die Zukunft werden eine verbesserte Kommunikation und der Aufbau eines echten Vertrauensverhältnisses sein. Denn das gemeinsame Ziel für unsere Stadt ist doch klar: friedlicher und erfolgreicher Fußball.“

Dresdens Polizeipräsident Jörg Kubiessa ergänzt: „Mit der Gewalt und 185 verletzten Kolleginnen und Kollegen als deren Folge war der 16. Mai für die Dresdner Polizei eine Zäsur. Zäsur bedeutet Einschnitt – aber weniger im Sinne einer Abrechnung, sondern vielmehr als Beginn von etwas Neuem, etwas Besseren. Wenn wir die Sachverständigenanhörung als Chance begreifen, für neue Impulse oder Ideen zur Verhinderung von Gewalt, können wir die künftige Zusammenarbeit zwischen Verein, Stadt und Polizei auf ein besseres Fundament stellen. Denn keiner der Genannten kann die Probleme alleine lösen. Vertrauen und Verlässlichkeit ist dafür Voraussetzung. Beides bieten wir als Dresdner Polizei an, beides fordern wir aber auch ein.“

Jürgen Wehlend, Geschäftsführer der SG Dynamo Dresden, erklärt: „Der Verein SG Dynamo Dresden und seine Mitglieder stehen aktiv gegen Gewalt und Diskriminierung jeglicher Art innerhalb und außerhalb des Stadions. Dies haben auch die Vertreterinnen und Vertreter der organisierten Fangruppen der SGD in einer gemeinsamen Erklärung von Fans für Fans am 11. Juni 2021 öffentlich zum Ausdruck gebracht. Bestärkt durch die zahlreichen Rückmeldungen und Unterstützungsangebote haben wir den Prozess einer selbstkritischen sowie ganzheitlichen Aufarbeitung unter Einbeziehung aller Netzwerkpartner und organisierten Fans in den vergangenen Monaten konsequent vorangetrieben, um über konkrete Ideen, Maßnahmen und Herausforderungen im Kontext des am 16. Mai 2021 Geschehenen zu sprechen. Dabei werben wir auch für den ebenso wichtigen Blick voraus, um die gute Zusammenarbeit sowie das gemeinsame Verständnis füreinander stetig zu verbessern. Nur so werden wir die besonderen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit rund um den Fußball in und außerhalb Dresdens meistern.“

Zur Erläuterung:

Eine Sachverständigenanhörung nach § 21 der Geschäftsordnung folgt festen Regularien. Die Sitzung ist auf 90 Minuten begrenzt, wobei die Sachverständigen jeweils 10 Minuten haben, um ihre Position zu erläutern. Anschließend können die Vertreter der Fraktionen Fragen stellen. Offene Diskussionen oder politische Statements sind nicht Teil der Sitzung. Der Ältestenrat hatte sich darauf verständigt, sechs Sachverständige zu bestellen.

(photo: Presse Bundespolizei)

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